Gastbeitrag Blogger Fernwesen: Geplant ungeplant ins Irgendwo

29.10.2017

Geplant? Ungeplant? Was denn nun? Die Überschrift erscheint zunächst verwirrend, beschreibt unser Abenteuer dennoch auf den Punkt.

In unserem Reisekalender hatten wir noch eine kleine Lücke. Ein verlängertes Wochenende war noch frei. Irgendwie waren wir allerdings ein wenig planungsmüde und kamen nicht so recht voran. Eigentlich durch Zufall stießen wir dann auf die Lösung: Unplanned.

In der WELT lasen wir einen Artikel über Unplanned. Die Autorin Julia Heilmann hat sich auf das Erlebnis eingelassen und verbrachte drei tolle Tage an der schwedischen Westküste. Für uns klang das Ganze sofort interessant, einfach mal alles abgeben. Warum nicht? Was soll schon schief gehen?

Dann ging es ganz schnell. Vier bis fünf Tage wollten wir unterwegs sein. Eine kurze E-Mail, ein Telefonat mit Christian und dann machten wir uns direkt daran den Online-Fragebogen auszufüllen. Frauke und Christian müssen uns ein bisschen kennenlernen und einschätzen können, um für uns einen passenden Kurztrip auf die Beine zu stellen. Dafür sind ihre 20 Fragen ideal.

Neben der Angabe der „Hard-Facts“ – Personenzahl, Reisetermin, Budget, mögliche Abreiseorte und dem Motto – können direkt drei Reiseziele ausgeschlossen werden. Bei uns wurde die Liste ein wenig länger, was aber kein Problem für Frauke und Christian war. Im zweiten Teil des Fragebogens geht es um die „Soft-Facts“ – eure Einstellungen und Interessen. Risikofreudige Abenteurer lassen diesen Teil des Fragebogens weg und spielen eine Runde Interessen-Roulette – sicher noch aufregender!

Jetzt begann die interessante Phase: Das Warten auf die Reise. Es war am Anfang schon ein komisches Gefühl, nicht genau zu wissen wann wir losfliegen/-fahren oder wohin es gehen wird. Dieses komische Gefühl entwickelte sich nach ein paar Tagen zu einer Mischung aus Aufregung, Spannung und Neugier.

Vor allem die  Neugier ging auf Familie, Freunde und Arbeitskollegen über, wenn wir von unserer „Fahrt ins Blaue“ erzählten. Meistens fing es so an: „Und habt ihr schon wieder Urlaub geplant?“ – „Ja, klar!“ – „Wo geht es denn hin?“ – „Wissen wir nicht!“ – „Wie?“ Die Reaktionen waren dabei durchaus unterschiedlich. Alle fanden es spannend, fieberten und rätselten fortan mit. Viele überlegten direkt, ob sie es selbst einmal ausprobieren und einigen war der Kontrollverlust nicht ganz geheuer.

Es lagen nur noch drei E-Mails zwischen uns und unserem unbekannten Ziel. Die Spannung stieg stetig von E-Mail zu E-Mail. Zunächst sollten wir eine Wette abgeben. Machen wir sofort, hatten wir doch schon unsere Ziele im Kopf: Mykonos (Julia) oder Montenegro (Marcel) – da geht es sicher hin. Konkerete Infos erhielten wir allerdings immer nicht. Dafür mussten wir weiter warten. Zehn Tagee bevor es los ging, erfuhren wir immerhin Datum und Uhrzeit des Starts. Nur ein kleiner Brotkrumen, doch besser als nichts. Die Neugier konnte ein klitzekleines wenig gestillt werden. Richtig spannend war die dritte E-Mail, drei Tage bevor es los ging. Treffpunkt ist am Hamburger Flughafen, zwei Stunden später geht es schon los. Checken wir die Flugpläne, um eventuell mehr u erfahren? Nein, wir können uns weiter zurückhalten, obwohl es immer schwerer fällt. Schließlich lag auch schon seit ein paar Tagen der schwarze, verschlossene Umschlag mit unseren Reiseunterlagen in unserer Küche. Lediglich ein Aufkleber mit der Aufschrift ¨Spannung hochhalten!¨ hielt uns davon ab ihn zu öffnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der letzten E-Mail bekamen wir auch noch die Packliste und der Wetterbericht – der Grund aus dem unsere Mundwinkel nach unten rutschten. Jeden Tag ein wenig Regen. Oh, nein! Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Die Spannung und gute Laune gewannen schnell wieder die Oberhand und letztendlich (Achtung Spoiler!) war das Wetter einfach perfekt!

Die letzte große Hürde war das Packen. Packen an sich ist schon nicht unsere Lieblingsbeschäftigung. Aber ins Blaue packen, ist noch einmal eine Nummer schwieriger. Ein paar Tipps hatten wir ja: Badehose/Bikini, Regenhose/-jacke (im Fall der Fälle), Sonnenbrille, Sneaker. Aber auch was Schickes für den Abend. Gehen wir ins Theater? Ein edles Restaurant? Das war für uns tatsächlich der mit Abstand schwierigste Punkt auf der Liste. Wir packten letztlich für das angesagte nasse und für warmes Wetter. Mit ein bisschen Mut zur Lücke. Hier ein kleiner Tipp von uns: Überlegt euch gut, wieviel Gepäck ihr wohl braucht. Tendenziell werdet ihr mehr Platz benötigen, als wenn ihr das Ziel kennt.

Dann war es soweit: Auf die Minute genau waren wir am vereinbarten Treffpunkt. Mit schnellen Schritten suchten wir uns eine ruhige Ecke. Endlich! Ganz hibbelig und mit leicht feuchten Händen schnappten wir uns den schwarzen Umschlag. Was erwartet uns? Was steht auf dem Zettel? Die Spannung war enorm. Wir zogen den Zettel aus dem Umschlag: Kalabrien! In unseren Gesichtern standen Freude und Ahnungslosigkeit. Freude, weil es ein Ziel war, an das wir gar nicht gedacht hatten. Ahnungslosigkeit, weil wir es ehrlich gesagt nicht einordnen konnten. Unser erster Gedanke war Spanien. Google klärte uns allerdings auf: Die Stiefelspitze Italiens ist es. Die Bildersuche bestätigte sofort: Ein wunderschönes Ziel!

Auf dem Weg zum Check-In und in der Warteschlange vor der Sicherheitskontrolle studierten wir ausgiebig unser Travelbook mit vielen tollen Vorschlägen und Tipps. Wir waren glücklich! Eine tolle Erfahrung im Vorfeld und vor Ort war alles so wunderbar und gut organisiert, wie wir es uns vorgestellt hatten.

Mehr zu unserem Kalabrien Aufenthalt könnt ihr hier auf unserem Blog lesen.

Vielen Dank liebes Unplanned-Team! Die Organisation war klasse und bei Fragen konnten wir euch immer schnell und einfach erreichen. Macht weiter so!

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