Erfahrungen & Bewertungen zu Unplanned Moments GmbH
Die Gründer des Überraschungsreise-Start-ups im Interview | Unplanned
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Unplanned-Gründer im Interview: Wir wollen einen Unterschied machen

Frauke und Christian über das Gründen als Freunde, Selbstzweifel und eine Idee, die ins Schwarze traf.

Jede erfolgreiche Firma beginnt mit einer Schnapsidee – manche aus dem Suff oder einer Not heraus, andere bei klarem Verstand und mit Erfindergeist. Die Idee zu Unplanned kam Christian Diener während der jährlichen Urlaubsplanung mit seinen besten Freunden. Während viele gute Geschäftsideen mangels Motivation und Mut im Sande verlaufen, packten Christian und Frauke diesen Visions-Rohdiamant am Schopf und begannen ihn zu schleifen. Das Start-up Unplanned Moments wurde 2016 gegründet und schickt seitdem täglich abenteuerlustige Reisende in ganz Europa ins Unbekannte.

Seit drei Jahren seid ihr beide Geschäftspartner, Freunde schon viel länger!: Wie entstand die Idee zu Unplanned?

Christian: Ich habe einen großen Freundeskreis, mit dem ich einmal im Jahr verreise. Die Abstimmungsphase bzw. die Entscheidungsfindung über das Ziel dauerte immer ewig lange, die WhatsApp-Gruppe platzte aus allen Nähten und es kam doch nichts dabei heraus. Aus Spaß habe ich angeboten: „Schickt mir die Kopie eures Reisepasses und 300 €, ich übernehme die Planung. Ihr erfahrt allerdings nicht, wohin es gehen wird.“ Das kam gut an und die Ungewissheit steigerte bei allen Mitreisenden die Vorfreude. Erst ein Jahr später dachte ich ernsthaft darüber nach, ob daraus ein Business entstehen könnte. 

Du hast deine Idee Frauke gepitched, um sie ins Boot zu holen. Woher kanntet ihr beiden euch?

Frauke: Christian und ich haben 2001 eine Saison lang zusammen in einem Jugendcamp auf Sardinien gearbeitet, uns angefreundet und sind Freunde geblieben. 

C: Ich dachte mir, ich frage sie einfach, was sie generell von dieser Idee hält. 

 Wie war deine erste Reaktion, Frauke?

F: Wir trafen uns und Christian erzählte mir bei einer Flasche Wein von seiner Idee. Er war sehr euphorisch und rückte am Ende des Abends damit heraus, dass er das Start-up gerne mit mir gemeinsam gründen würde. Ich fand die Idee super! Nachdem wir am nächsten Tag auch ohne Wein noch immer davon überzeugt waren, machten wir ohne Umwege Nägel mit Köpfen.

Wie schnell hattet ihr den Unternehmensnamen und woher kam der Slogan „Life´s best moments happen unplanned“?

F: Christian hatte schon eine Vorrecherche gemacht und wusste wie die Firma heißen soll, bevor er mich ins Boot holte. 

C: Während meiner Recherche bin ich irgendwo über diesen Spruch gestolpert und fand ihn cool. Auch den Namen Unplanned fand ich passend – wobei man sich darüber vermutlich streiten kann. Aber aus Kundensicht ist die Reise völlig ungeplant und sowohl Firmenname als auch Slogan passen in Sachen Philosophie zusammen.

 Apropos Philosophie: Was ist die Vision der Firma?

F: Mit dieser Frage setzen wir uns immer wieder neu auseinander. Es geht uns um diese kleine, feine Firma mit motivierten Leuten, die außergewöhnliche Momente schaffen. Also um den Spirit von Unplanned – und darum, ihn unters Volk zu bringen. 

C: Wir wollen einen Unterschied machen. Nicht nur für unsere Kunden, sondern auch für unser Team und uns selbst. 

Wie sucht ihr neue Mitarbeiter für die Firma aus und was müssen sie mitbringen?

C: Wir wählen eher nach Werten, als nach Qualifikation aus. Die Leidenschaft fürs Reisen ist davon der allerwichtigste. Da wir für unsere Kunden die komplette Reiseplanung übernehmen, ist uns aber auch wichtig, dass ein neuer Mitarbeiter gerne Verantwortung übernimmt und empathisch ist. Er bzw. sie muss sich in den Reisenden hineinversetzen können und für ihn entscheiden. 

F: Wir merken auch immer mehr: Es geht vor allem um die persönliche Kompetenz, die jemand mitbringt. Alles andere können wir beibringen. 

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Während der letzten drei Jahre ist das Start-up gewachsen und mittlerweile arbeiten über zehn Mitarbeiter bei Unplanned. Was macht den Erfolg aus?

F: Bei jeder Firmengründung merkt man im Laufe der Zeit, ob die Kunden Lust darauf haben, oder nicht. Unser Produkt kommt bei den Leuten an und es gibt genügend Abenteurer, die sich gerne auf eine Reise ins Unbekannte einlassen und dabei die Kontrolle abgeben – gerade in der Tyrannei der Möglichkeiten. Zum anderen glaube ich, dass wir es geschafft haben Vertrauen aufzubauen. Das ist besonders wichtig, wenn Kunden ihre Reiseplanung in unsere Hände geben. 

Mit welchem Gefühl sollen Kunden von einer Unplanned-Reise nach Hause kommen?

F: Beseelt! 

C: Ich wünsche ihnen, dass sie im Hier und Jetzt leben und merken, dass es dort viel zu erleben gibt. Sie sollen während der Reise weniger auf anderen Kanälen unterwegs sein, sondern nur auf dem Jetzt-Kanal.

F: Oh, das hast du aber schön gesagt! 

Was liebt ihr selbst am Reisen?

F: Reisen – besonders große, lange Reisen – erden mich. Ich merke dann immer, dass man sich von Alltagsdingen nicht so stressen lassen darf, denn verglichen zu diesem Berg oder jenem Urwald, ist man eine ganz kleine Wurst. Eine Reise setzt alles neu in Perspektive.

C: So geht es mir auch. Das Wort „Abwechslung“ trifft es nicht ganz, aber Neues erleben und Neues sehen, ist es auch bei mir. Und natürlich die Komponente des Entspannens: Auch wenn ich Abenteuer wirklich liebe, ist es ab und zu einfach schön, morgens einen Cappuccino serviert zu bekommen.

Zurück zum Business: Wie leitet man als Freunde gemeinsam eine Firma? 

C: Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Mit Freunden zusammenzuarbeiten hat immer Vor- und Nachteile. Ich finde, das Positive überwiegt! Aber natürlich gibt es auch Situationen, in denen man sich jetzt mehr Gedanken macht, da die andere Person nicht „nur“ Arbeitskollege ist.

F: Ob Freunde oder nicht, im Arbeitsleben mit geteilter Verantwortung muss man sich auf eine Art neu kennenlernen. Wir haben gleich zu Beginn festgelegt, alles immer sofort anzusprechen, wenn Unstimmigkeiten auftreten. Das hat bisher gut geklappt. 

Unplanned gibt es in München und Berlin, weil ihr dort jeweils eure Homebase habt. Wie hinderlich ist die Entfernung und wie teilt ihr euch die Aufgaben auf?

F: Mit der Distanz haben wir kein Problem, da heutzutage alles digital funktioniert. Wenn größere Dinge anstehen, sehen wir uns eben öfter als sonst. Jeden Tag brauchen wir keinen Kontakt, da sich alles mit der Zeit eingespielt hat.

C: Unser größter Vorteil ist, dass wir nicht mehr Grün hinter den Ohren sind und beide wissen, was wir tun. Wenn wichtige Dinge anstehen, hören wir mehr voneinander, wenn alles seinen gewohnten Gang geht, weniger. Frauke kümmert sich um Zielgebiete, Geschäftsführungssachen und Langfristiges– Dinge, die nicht zeitkritisch sind.Ich kümmere mich um das Marketing und das Daily Business im Allgemeinen. Strategie machen wir zusammen.

Welche Eigenschaften schätzt ihr denn am jeweils anderen?

C: An Frauke schätze ich sehr ihre Herzlichkeit, ihre liebevolle Art, die kreative Ader. In Business-Dingen schätze ich ihr Durchsetzungsvermögen. Sie hat sicherlich ein paar Komponenten, an denen sie wesentlich abgezockter ist als ich. Das find ich gut!

F: Ich bin also abgezockt? (Lacht) Was Christian ausmacht ist, dass er in 99 % aller Fälle gute Laune hat. Alles mit ihm hat eine gewisse Leichtigkeit – und trotzdem Tiefgang. Deshalb kann man sich auch eigentlich nicht mit ihm streiten. Er ist kreativ und auf Zack. Ich finde allerdings, dass er sich auch gut durchsetzen kann – vermutlich ist er dabei nur ein wenig charmanter als ich. 

Auf welche Punkte sollte geachtet werden, wenn man zu zweit ein Business hochzieht – sei es als Freunde oder „nur“ Geschäftspartner?

C: Der erste Punkt wäre für mich ein unterschiedliches Skills-Set, damit man sich gut ergänzt. Oft ticken Freunde sehr ähnlich. Ich habe mich für Frauke entschieden, gerade weil sie aus einem anderen Bereich kommt als ich. Außerdem darf man sich Zeit nehmen! Auch als Gründer sollte man sich immer mal wieder rausnehmen, mal ein paar Tage Abstand halten und alles aus der Entfernung betrachten. Gerade in der Anfangsphase macht man das viel zu selten. Meist gibt es so viele Baustellen, dass einem der Kopf raucht. Da kann ein Blick von außen helfen.

F: Ich finde wichtig zu lernen, wie man miteinander spricht. Nichts sollte zu lange in sich hineingefressen werden und Meinungsverschiedenheit dürfen nicht persönlich genommen werden. Offen kommunizieren ist das A und O. Grundsätzlich kann ich das gemeinsame Gründen sehr empfehlen! Ich möchte keine Firma alleine haben, sondern finde es bereichernd, das zu zweit zu machen. So kann man gemeinsam Erfolge feiern oder sich auch gemeinsam Sorgen machen. 

Gab es im Laufe der letzten drei Jahre Phasen, in denen ihr an Unplanned gezweifelt habt?

C: Gefühlt die kompletten ersten drei Monate. Spaß beiseite: Diese Phasen gab es und gibt es immer wieder. Anfangs jedoch viel heftiger, denn zum Beispiel innerhalb der ersten vier Monate hatten wir nur drei Kunden. Erst nachdem wir auf der ITB, der größten Tourismusmesse Deutschlands waren und viele Interviews gegeben haben, ging es so richtig los. Dieses Gefühl habe ich manchmal in abgeschwächter Form noch, aber lange nicht so stark wie am Anfang.

F: Ich habe es jetzt nicht mehr, trotz der steigenden Mitarbeiterzahl.

C: Durch die neuen Mitarbeiter wird es auch besser, das gibt ein gutes Gefühl. Die Frustrationspunkte waren eher, als wir selbst nicht vorangekommen sind. 

F: Anfangs gab es kaum Buchungen und trotzdem haben wir beide extrem viel gearbeitet. Damals stemmten wir alles allein. Schön war, dass wir uns meistens gegenseitig aufbauen konnten, da wir die Frustration selten gleichzeitig hatten. 

Wie fühlte es sich an, als die ersten Reisenden unterwegs waren?

C: Die ersten Reisenden waren über Weihnachten unterwegs. Das war schon sehr aufregend! Wir haben eigentlich das erste Jahr immer sehr mitgefiebert, ob der Trip gut ankommt. Und obwohl wir jetzt nicht mehr alle Buchungen kennen, ist es immer noch jedes Mal spannend für uns.

F: Schön war, dass die ersten Reisenden ganz nette Mädels waren, die begeistert zurückkamen und uns super Fotos schickten. 

Wie soll die Zukunft von Unplanned aussehen?

F: Wir sind ständig dabei, uns und unser Produkt zu verbessern. Sei es herauszufinden wie wir das Produktpaket am besten schnüren oder wie man Teamarbeit noch effizienter gestalten kann. Die andere Sache ist das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen: Da haben wir einiges vor und sind auch teilweise schon dran. 

C: Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Ich freue mich auf alles, was wir mit Unplanned noch erreichen und erleben werden. 

Ihr habt Lust bekommen, Euch unser Konzept genauer anzusehen? Hier gehts zur Website.

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