July 30, 2019

Qual der Wahl: Die Tyrannei der Möglichkeiten der Urlaubsplanung

Purista Merk
Titelbild

Wie das Phänomen des Paradox of Choice uns am nächsten Urlaub hindern kann.

Heute wollen wir uns einmal einem Luxusproblem widmen, das uns unter unterschiedlichen Synonymen bereits unser ganzes Erwachsenenleben begleitet – und sich zunehmend verschlechtert: Das Paradox of Choice oder auch Choice Overload und im Deutschen Marmeladen-Paradox. 

Dieses Phänomen beschreibt in der Entscheidungstheorie ein Paradoxon, welches das Kaufverhalten bei unterschiedlich hoher Produktvielfalt betrifft. Getestet wurde dies an Marmeladen – daher auch der deutsche Begriff. Stark verkürzt bedeutet es: „Zu viele Entscheidungsalternativen behindern die Entscheidungsfindung“ oder „Weniger ist mehr“.

Kennt Ihr auch, oder? Ich nenne es die Tyrannei der Möglichkeiten und bin mir durchaus der privilegierten Ausgangslage, die dieses Gefühl überhaupt erst möglich macht, bewusst. Leicht fallen mir trotzdem nicht immer alle Entscheidungen. Insbesondere bei der Urlaubsauswahl trifft dieses Luxusproblem viele von uns. Das Angebot ist einfach zu umfangreich und wer die Wahl hat, hat ja bekanntlich auch die Qual. So können bei der Urlaubsrecherche schnell viele Stunden verstreichen. Muss der Urlaub auch noch als Konsensentscheidung mit dem Partner, der Familie oder Freunden ausgewählt werden, wird die Entscheidung nicht einfacher.

Genau aus dieser Situation heraus kam Christiandie Idee für Unplanned. Die Wahl der Urlaubsdestination damals erst den besten Freunden und später dann mutigen Unplanned-Kunden abnehmen. So ist der Urlaub schnell gebucht und die Nerven geschont.

Die oben beschriebene Studie aus dem Jahr 2000 kommt übrigens zu dem Schluss, dass zu viele Optionen – bzw. eine zu große Auswahl – dazu führen, dass anstelle einer falschen lieber keine Entscheidung getroffen wird. Mögliche Erklärungen sind, dass die Unterschiede zwischen den Angeboten nicht mehr klar erkennbar sind. Daher verzichten einige Kunden aus Furcht, eine Fehlentscheidung zu treffen, lieber ganz auf einen Kauf. Und auch das kenne ich bei der Urlaubsplanung. Die schwierige Entscheidung wird immer wieder vertagt und am Ende fahren wir gar nicht, weil wenig überraschender Weise dann doch Arbeit dazwischenkommt.

Also tyrannisiert oder quält Euch nicht, sondern bucht am besten gleich Euren nächsten Trip als Unplanned-Abenteuer! Und überlasst die Qual der Wahl unseren Travel Designern. Denen fällt die Entscheidung übrigens manchmal auch gar nicht so leicht, aber das soll dann nicht mehr Eure Sorge sein. 

Purista Merk